Neuer Viktualienmarkt-Verein: „Charme und Flair erhalten!“

Es war ein harter, monatelanger Kampf – aber einer mit glücklichem Ausgang:
Der Markt am Wiener Platz konnte durch breitesten Widerstand aus der Bevölkerung vor der Zerstörung gerettet werden. Die alten, charmanten Standl bleiben stehen, die kreisförmigen Flachdach-Utopien, die vom Kommunalreferenten und dessen beauftragten Architekten ins Spiel gebracht worden waren, verschwinden in den Regalen des Stadtarchivs. Ebenso die teils mehr als gewagten Begründungen, die einen Totalabriss rechtfertigen sollten. Gott sei Dank!

Sind damit auch die Zerstörungen des Elisabethmarktes oder des Viktualienmarktes vom Tisch? Hat das Kommunalreferat aus seinen Fehlern gelernt? 23.000 Unterschriften hat die Bürgerinitiative gegen den Totalabriss des Elisabethmarktes mittlerweile gesammelt und jüngst an das Büro des Oberbürgermeisters übergeben. Der Druck auf Kommunalreferent Axel Markwardt hält also an. Und Münchens oberster Marktchef gelobt in der Süddeutschen Zeitung (10.02.2017), mit den Bürgerinnen und Bürgern zu reden. Wieder einmal.

Befürchtungen, aus den traditionellen Ständen würden seelenlose Glas-Stahl-Bauten mit futuristischer Architektur werden, versucht der Kommunalreferent in www.sueddeutsche.de zu zerstreuen: „Da landen mit Sicherheit keine Raumschiffe.“ Nach wie vor kursieren jedoch Visualisierungen eines neuen Elisabethmarktes – von eben jenem Architekturbüro, das bereits in Haidhausen von den Bürgerinnen und Bürgern eine mehr als deutliche Absage für seine ebenso monotonen wie sterilen Gestaltungsansätze am Wiener Platz kassiert hatte. Auch damals hatte Axel Markwardt die Münchnerinnen und Münchner in den Gasteig geladen. Zum Reden.

Viktualienmarkt mit Maibaum und Kirchtürmen.

Für den Viktualienmarkt besteht nach wie vor die Gefahr, dass er einer Radikalmodernisierung zum Opfer fällt – so sehen das zumindest die Initiatoren des neu ins Leben gerufenen Vereins Freunde des Viktualienmarkts e.V. Einer der Gründer, der Bundestagsabgeordnete Dr. Wolfgang Stefinger, hatte bereits erfolgreich für den Haidhauser Markt gekämpft. In einem Interview mit www.abendzeitung-muenchen.de (7.02.2017) sieht er zwar für den Viktualienmarkt einen gewissen Sanierungsbedarf, „aber Charme und Flair müssen erhalten bleiben.“

Der Verein werde sich für behutsame Sanierungen und den Schutz der alteingesessenen Händler einsetzen, heißt es weiter. Das Thema Denkmalschutz stehe ganz oben auf der Agenda. Schon jetzt sei er mit dem Landesdenkmalrat in Kontakt, so Stefinger in der Abendzeitung.

Der Verein ist bereits unter www.freunde-viktualienmarkt.de online – dort kann man sich auch einfach als Mitglied und Unterstützer registrieren.

© Bilder: Karl Schillinger

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