Königshof-Petition: „Rettet den Stachus“ erneut Thema im Landtag

Im Dezember 2014 hatten die Altstadtfreunde ihre Petition „Rettet den Stachus“ beim Bayerischen Landtag eingereicht. Der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst wird sich am Mittwoch, 13.07.2016, erneut mit der Eingabe zum umstrittenen Neubauprojekt des Hotels Königshof am Stachus befassen.

Im Vorfeld der Sitzung haben die Altstadtfreunde beim Ausschuss abermals um Unterstützung ge-worben. In einem Papier an die Mitglieder des Gremiums wurden nochmals sechs Gründe, die für eine Änderung der aktuellen Planungen und eine ortsbildverträgliche Lösung am Stachus sprechen, vorgelegt:

  1. Stadtbildreparatur statt neuerlicher Spaltung: Es geht um den Stachus, nicht um ein einzelnes Hotel. Langfristiges Ziel muss sein, dem Platz seine ursprüngliche Geschlossenheit zurückgeben.
  2. Kein altstadtgerechter Entwurf: Der geplante Neubau steht im deutlichen Widerspruch zu selbst formulierten Zielen der Stadt (Altstadtleitlinien).
  3. Das Gebäude hat vier Seiten, nicht nur eine: Der gewaltige Block -rund zehn Meter höher als bisher- zeigt nur von Vorne einen Spalt, der den Festungscharakter etwas abschwächt.
  4. Ein Schaden für die denkmalgeschützte Umgebung: Benachbarte Denkmäler leiden dauerhaft unter der angestrebten Dominanz des geplanten Hotelneubaus und dem Fehlen eines auch langfristig überzeugenden Gesamtkonzepts.
  5. Ein Entwurf „von gestern“: In nur zehn Jahren vom Entwurf bis zur Fertigstellung verändern sich Moden in der Architektur rasant. Der geplante Königshof ist schon jetzt ein Auslaufmodell.
  6. Das Original würde endgültig zerstört: Im heutigen Bau stecken die Mauern des „Vorherr-Hauses“ und des späteren „Hotel Bellevue“.

Nach Auffassung der Altstadtfreunde soll München gerade in Zeiten erheblichen Veränderungsdrucks seine Identität und Einmaligkeit nicht nur bewahren sondern auch ein Stück wiederfinden und stärken. Es gilt, aus deutlich sichtbaren Fehlern der Nachkriegsjahrzehnte zu lernen und wieder langfristiger zu denken.  Überzeugend ist das im Falle des Königshofs durch Lösungen erreichbar, die sich sichtbar an den Altstadtleitlinien orientieren und die die Besonderheiten des Stachus-Ensembles respektieren.

Natürlich sind die Bestrebungen des Eigentümers nachvollziehbar, sein Hotel den neuesten Standards anzupassen, es wirtschaftlich zu betreiben und weitere Flächen zu schaffen. Einem Hotel, das mit der Aussicht auf das historische Stachusrondell und den Justizpalast um Gäste wirbt, muss aber auch am Schutz dieser einmaligen und stadtbildprägenden Umgebung gelegen sein. Es kann davon nur profitieren.

Bild/Visualisierung: © Altstadtfreunde München

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