Abrissgefährdetes Heinrich Mann-Haus: Ausstellungseröffnung in der DenkStätte Weiße Rose

In der bis auf den letzten Platz gefüllten DenkStätte Weiße Rose hat Frau Dr. Hildegard Kronawitter, Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e.V., am 13. Juni die Ausstellung „Ein ganz gewöhnliches Haus? Menschen und Geschichte(n) der Leopoldstraße 59/61“ offiziell eröffnet.

Frau Dr. Hildegard Kronawitter

Frau Dr. Hildegard Kronawitter

Die Sonderschau widmet sich nicht nur der Baugeschichte des Hauses, sondern ganz besonders den Schicksalen, die mit diesem Gebäude verknüpft sind – von Heinrich Mann, der hier vierzehn Jahre lang lebte und wirkte, bis hin zu den Mitgliedern der Widerstandsgruppe Weiße Rose, für die die das Atelier im vierten Stock Treffpunkt, Rückzugsmöglichkeit und Zufluchtsort wurde.

Präsidentin Dr. Charlotte Knobloch

Präsidentin Dr. Charlotte Knobloch

Dr. Dirk Heißerer, Vorsitzender des Thomas-Mann-Forums München e.V. hob in seinem Vortrag besonders die Bedeutung des Gebäudes für die Familie Mann hervor. Große Persönlichkeiten gingen in Heinrichs Wohnung im dritten Stock ein und aus, der legendäre Bruderkrieg mit Thomas fand in der Leopoldstraße sein Ende, die Buchausgabe des „Untertan“ wurde in dieser Zeit veröffentlicht. Die Geschichte der Manns in der Leopoldstraße 59/61 endet mit der hastigen Flucht von Heinrichs ehemaliger Frau Mimi und der gemeinsamen Tochter vor den Nationalsozialisten.

Dr. Dirk Heißerer

Dr. Dirk Heißerer

Domenic Saller, Enkel von Lilo Fürst-Ramdohr, las aus deren Buch „Freundschaften in der Weißen Rose“, in dem sie auch Ihre Erinnerungen an die Zeit in der Leopoldstraße beschreibt – vom dortigen ersten Treffen mit Alexander Schmorell im September 1941 bis hin zu dessen Flucht, Verhaftung und Ermordung. Domenic Saller hat auch einige persönliche Gegenstände seiner Großmutter für die Ausstellung zur Verfügung gestellt – darunter ihren Zeichenblock aus der Zeit im Atelier der Nummer 61.

Domenic Saller

Domenic Saller

Florian Grüning von den Altstadtfreunden nannte es eine ganz besondere Ehre, die Ausstellung in der DenkStätte, diesem symbolträchtigen und für München so wichtigen Ort, zeigen zu dürfen. Er dankte nochmals allen Unterstützern, besonders den Angehörigen von Alexander Schmorell und Lilo Fürst-Ramdohr, von August Hoffmann von Vestenhof und Hein König, die zahlreiche Bilder und Informationen für die Ausstellung zusammengetragen und zur Verfügung gestellt haben.

Am Ende der Veranstaltung, zu der auch Frau Dr. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, gekommen war, stand die Hoffnung, dass die Leopoldstraße 59/61 nicht nur als Gebäude und als Grundbaustein der heutigen Münchner Freiheit, sondern als ebenso wichtiger wie lebendiger Ort der Erinnerung auch für künftige Generationen erhalten werden kann.

Dr. Michael Stephan, Leiter des Stadtarchivs

Dr. Michael Stephan, Leiter des Stadtarchivs

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Juli, dem Todestag Alexander Schmorells, in den Räumen der DenkStätte am Lichthof der LMU (Geschwister-Scholl-Platz 1) zu sehen.

Der Eintritt ist frei.

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