„Bahnhof der Ideen“: Ein Modellprojekt mit Strahlkraft

Hauptbahnhof Eingang Foto Oktober 2015
Altstadtfreunde für Erhalt und kreative Weiterentwicklung des Hauptbahnhofs

(München, 01.02.2016) „Größer als Stuttgart21“ sei das Vorhaben, verkündete die Bahn stolz im November 2015. Eine Milliardeninvestition, basierend auf heutigen Schätzungen. Nach acht Jahren Mega-Baustelle – vielleicht ja auch zehn oder zwölf- soll inmitten der Stadt ein bislang beispiellos wuchtiger Gebäudekomplex stehen, der dann auf einen bis zu 25 Jahre alten Entwurf zurückgeht. Retro-Stil? Der tatsächliche Nutzen des Mammutprojekts für die Reisenden ist nur schwer auszumachen: Die Anzahl der Gleise verändert sich ebenso wenig wie die eigentliche Gleishalle. Büro-, Handels- und Hotelflächen nehmen hingegen erheblich zu, wobei bislang nicht einmal der Bauherr sagen kann, wie er das neu entstehende Business-Center in Glas und Stahl genau nutzen möchte. Klar scheint: Je größer die Bahn plant, desto mehr Geld muss sie durch zusätzliche Flächen erwirtschaften. So schraubt sich der Gigantismus -auch buchstäblich- selbst in die Höhe. Es entsteht das wohl für München mit weitem Abstand umwelt- und klimaschädlichste Bauvorhaben der kommenden Jahrzehnte.
München kann es besser!
München braucht eine Lösung, die den bestehenden Bahnhof und die Umgebung erheblich aufwertet, und dabei ökologische und städtebauliche Aspekte angemessen berücksichtigt. Das Denkmalnetz Bayern hat mit „Kreativ gestalten statt milliardenschwer klotzen“ jetzt entsprechende Impulse geliefert, die von den Altstadtfreunden in vollem Umfang mitgetragen werden. Satt eines Totalabrisses wird das Bestandsgebäude mit dem bekannten „Schwammerl“ am Haupteingang erhalten, saniert und kreativ weiterentwickelt. Die historischen, teils denkmalgeschützten Bereiche -auch am Starnberger Flügelbahnhof- werden wiederbelebt und intelligent integriert. Münchens Hauptbahnhof soll dabei weder seine Identität noch seine wechselvolle Geschichte verleugnen. Mit einer zusätzlichen Gleisquerung und einer optimierten Anbindung des Starnberger Flügelbahnhofs konzentriert er sich auf seine Funktion und seinen Nutzen für die Reisenden.
Kult statt Klotz
Mutige und unkonventionelle Ideen gerade im Detail können Münchens Hauptbahnhof zum städtebaulich und ökologisch überzeugenden Gegenentwurf zu umstrittenen Milliardenvorhaben machen. Als „Bahnhof der Ideen“ und Modellprojekt mit Strahlkraft kann er eine Vorreiterrolle einnehmen. München hat die Chance, echte Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit zu beweisen. „Größer als Stuttgart21“ ist ein Superlativ, den München nicht braucht. „Überzeugender“ wäre besser.

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