Landtagspetition „Rettet den Stachus!“ offiziell eingereicht

Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel und MdL Robert Brannekämper nehmen erste Unterschriftslisten im Maximilianeum entgegen

(München, 6.12.2014) Nach dem erfolgreichen Auftakt ihrer Unterschriften-sammlung gegen den geplanten Neubau des Hotels Königshof haben die Altstadtfreunde München ihre Petition „Rettet den Stachus!“ jetzt beim Bayerischen Landtag eingereicht.
Eine Delegation der Altstadtfreunde aus Sprecher Arnold Lemke, Werner Bielmeier und Dr. Karl Hofmann übergab den Petitionstext und die ersten Listen mit einigen Hundert Unterschriften. Die Unterlagen wurden von Herrn Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel und dem Münchner Abgeordneten Robert Brannekämper ent-gegengenommen. Beide sind Mitglieder des Landtagsausschusses für Wissenschaft und Kunst.
Petitionsübergabe_Altstadtfreunde_Rettet_den_StachusDEZ2014

(v.l. Dr. Karl Hofmann, Arnold Lemke, Werner Bielmeier,
MdL Staatminister a.D. Dr. Thomas Goppel, MdL Robert Brannekämper)

Im Rahmen eines etwa zweistündigen Gesprächs begrüßten die beiden Landtags-vertreter die Initiative der Altstadtfreunde. „Stadtgestaltung muss immer nach menschlichem Maßstab geschehen. Wir dürfen Münchens einmalige Stadtgestalt nicht aufs Spiel setzen”, meinte Robert Brannekämper, der auch erster stellvertretender Vorsitzender des BA 13 Bogenhausen ist.
„Jeder, der einen Bauantrag in einer Großstadt wie München stellt, muss damit rechnen, dass er es heute mit sensibleren Bürgern zu tun hat, wenn es um die Denkmalpflege geht. Spät gefragt ist halb verloren.“ fügte Dr. Thomas Goppel hinzu.

Arnold Lemke von den Altstadtfreunden zieht schon jetzt ein positives Zwischenfazit: „Wir sind sehr optimistisch, dass sich der Bayerische Landtag und damit der Freistaat Bayern als Eigentümer des benachbarten Justizpalastes gegen diese Zerstörung des Stadtbildes zur Wehr setzt“, sagt er. Pressesprecher Dr. Karl Hofmann betont: „Wir bekommen immer mehr Rückenwind. Schon die Resonanz auf unsere Infostände war sehr ermutigend. Wir sehen, dass die Münchnerinnen und Münchner den Stachus längst noch nicht abgeschrieben haben.“

Die Petition können Sie hier downloaden, ausdrucken und unterschreiben, dann bitte senden an: Altstadtfreunde München c/o ISAR MEDIA, Höllentalstr. 10, 81377 München

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

9 Kommentare

  1. Margit Schaidler sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    das freut mich, dass Sie sich gegen die Verschandelung am Stachus so einsetzen. Ich war entsetzt, als ich den Entwurf sah und habe meine Hände über den Kopf zusammengeschlagen und zu mir gesagt: „Armes München, wie kann man nur so etwas genehmigen?“ Ich hoffe, dass noch recht viele Unterschriften gegen dieses „Bauwerk“ eingehen. Meine bekommen Sie und ich werde meine Freunde dazu einladen, dies ebenfalls zu tun. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
    M. Schaidler

  2. Peter Kasparides sagt:

    Über den Stachus in seiner jetzigen Form kann man sicher diskutieren. Besonders hässlich ist, neben der monotonen, gesichtslosen Fassade des Königshof auch der Kaufhof. Der Entwurf des spanischen Büros setzt einen modernen Kontrapunkt gerade auch zum phantastischen Justizpalast um den uns die halbe Welt beneiden kann. Sicher sind noch andere Entwürfe denkbar, aber bitte nichts „angepasstes“ sondern ganz im Gegenteil.
    Als Neuhausener hab ich das Schließen der Baulücke am Rotkreuzplatz erlebt. Da gab es einen frischen, modernen Entwurf und genau wie hier kam der Einspruch. Heute steht in dieser Lücke ein äußerst langweiliger Dutzendbau. Das sollte am Stachus nicht passieren. Zum Kaufhof muss er nicht „passen“, denn der wird sicher bald weg gesprengt. (Das hoffe ich zumindest.)

    Peter Kasparides

    • Haderner sagt:

      Das Ergebnis am Rotkreuzplatz ist wirklich unbefriedigend… aber muss am Stachus deswegen ein solches Ausrufezeichen gesetzt werden? Was spricht gegen eine (auch kritische) Rekonstruktion des alten Königshofes?
      In ganz Deutschland darf man das, es funktioniert hervorragend – auch mit Beteiligung der Bürger. Schauen wir nur nach Dresden: Das sind wirklich nachhaltige Ergebnisse, Bauten, die Generationen überdauern und die mit zunehmendem Alter immer schöner weden. Nur in München ist sowas immer noch ein Tabu. Da rennt man noch immer einem Modell hinterher, das sich längst überdauert hat.

    • arnold Lemke sagt:

      der Kaufhof gehört zur Nachkriegsmoderne und ist mit seinen Proportionen an die Umgebung angepaßt und trotzdem mit eigener Architektursprache, er hat auch Denkmalschutz

  3. Gerhard Schaffelhuber sagt:

    Den Entwurf finde ich persönlich gut und warum sollte der Bau nicht gebaut werden, bloß weil eine Reihe älterer Herrschaften mit anderem Geschmacksempfinden dagegen sind?

    Es wird nichts „altes“ vernichtet, insofern können wir bereit sein für Neues. Was schlagen die Altstadtfreunde vor? Eine biedere langweilige Fassade?

    • Altstadt sagt:

      Gegen diesen Entwurf sind nicht nur „ältere Herschaften“, selbst junge Architekturstudeten finden diesen Entwurf nicht passend für den historischen Stachus.
      Und ganz bestimmt wollen die Altstadtfreunde keine langweilige biedere Fassade!

  4. Sascha sagt:

    Ich respektiere die Initiative, kann sie aber nicht nachvollziehen. Der Entwurf des neuen Königshofs ist großartig und passt perfekt an den Stachus. Er ist eine sehr feinsinnige Konzeption, die sich wunderbar zwischen Justizpalast und Kaufhof einfügt. Der jetzige Königshof ist dagegen ein hässliches Schrotthaus. Ich verstehe nicht, wie man so einen Schandfleck „retten“ will.

    • Haderner sagt:

      Hallo Sascha,
      die „feinsinnige Konstruktion“ ist 33 Meter hoch und von 3 Seiten nicht mehr als platte Wand. Das ist nur nie und nirgends zu sehen – weil die Architekten wissen, dass dann der Widerstand ein noch ganz anderer wäre.
      Warum kann an diese Stelle keine (kritische) Rekonstruktion des zerstörten Originals? Das Original hat schon bewiesen, dass es auch über Jahrzehnte hinweg dem Stachus gut tut. Platz reparieren statt weiter spalten – was spricht dagegen? Und: Damit hätte das Hotel auch deutlich Raum gewonnen – den es ja offensichtlich braucht und gene haben soll.

    • arnold Lemke sagt:

      hallo Sascha,

      Sie haben die Debatte nicht mitverfolgt, darum schreiben Sie unsinnige Sachen. Es geht nicht um den sog Schandfleck des jetzigen Nachkriegsbaus ( der ist bestimmt kein Maßstab und ist in der Nachkriegsnot entstanden) es geht um den ausgewählten 1. Preis vom Architekurwettbewerb der leider nicht stadtbildverträglich ist.
      Der Karlsplatz-Stachus ist mit seinen denkmalgeschützen Bauten und Ensmble Karlstorrondell ein ganz wertvoller historischer Platz für die Münchner Altstadt. Da müßte sich ein Neubau bzw eine sog. “ kritsche Rekonstruktion“ ganz sensibel einfügen. Der genius loci ist zu berücksichtigen. München ist nicht irgend eine Stadt, sie hat eine Dachlandschaft, die die Altstadt prägt. ….

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