Bericht aus dem Rathaus zur Müllerstraße 2-6

Stadtrat entscheidet sich für die nachhaltige Lösung: Neubau an der Müllerstraße 2 bis 4 und Erhalt der Müllerstraße 6
(20.2.2014)

Der Münchner Stadtrat hat sich gestern mit großer Mehrheit
für den Erhalt des städtischen Wohngebäudes an der Müllerstraße 6, der
daran angrenzenden Ballspiellfläche an der Glockenbachwerkstatt sowie
für die Errichtung eines Neubaus auf dem städtischen Areal an der Müllerstraße 2 bis 4 ausgesprochen. Mit dieser Variante verfolgt die Stadt das Ziel, auf Dauer familiengerechten und bezahlbaren Wohnraum in der Altstadt zu schaffen. Dies ist das genaue Gegenteil einer Luxussanierung für die künftige bauliche Entwicklung auf dem stadteigenen Areal. Den letzten regulären Mietern im Anwesen Müllerstraße 4 und 6 wird die Stadt selbstverständlich adäquaten Ersatzwohnraum anbieten.
Das Kommunalreferat hatte auf Wunsch nahezu aller Fraktionen im Rathaus
für den Kommunalausschuss am 6. Februar einen Bericht der Projekt-untersuchungen über die künftige bauliche Entwicklung des Areals Mülllerstraße 2 – 6 erstellen lassen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft
GWG beauftragte im letzten Jahr das Münchner Architekturbüro
Fink+Jocher, Neubau- und Sanierungsvarianten sowie ein Zielkonzept zu
erarbeiten, das den weiteren Planungen zugrunde gelegt werden kann.
Bei dieser Untersuchung hat sich erneut bestätigt, dass die Gebäude
erhebliche baustatische und energetische Mängel aufweisen: Im Haus
Müllerstraße 6 sind die vorhandenen Stahlbetondecken mit nur 13 Zentimetern sehr schwach dimensioniert und müssen im Hinblick auf Brand- und Schallschutz mit Spritzbeton verstärkt und ertüchtigt werden. Alle
Rohrleitungen sind ihrem Alter entsprechend stark korrodiert und in einem
schlechten Zustand. Die bestehenden elektrotechnischen Installationen
entsprechen nicht den heute geltenden Normen und müssen erneuert werden.
Die Treppenanlage in der Müllerstraße 4 ist aufgrund bestehender
Schädigungen bereits notabgestützt. Im Kellermauerwerk der Häuser
Müllerstraße 2 und 4 sind erhebliche Durchfeuchtungen vorhanden. Alle
drei Bestandsgebäude entsprechen in ihrer wärmeschutztechnischen
Qualität nicht den aktuell geltenden gesetzlichen und baurechtlichen Anforderungen.
Aufgrund der beschriebenen Mängel in der vorhandenen Bausubstanz,
einer veralteten und nicht mehr betriebssicheren Haustechnik und der teilweise äußerst ungünstigen Wohnungszuschnitte, unter anderem mit Gemeinschaftstoiletten auf den Fluren im Treppenhaus sowie fehlender Badausstattung, ist eine nachhaltige Überarbeitung des Areals Müllerstraße 2 – 6 erforderlich.
Vom Büro Fink+Jocher Architekten wurden auf Vorplanungsniveau die
Baukosten der 11 verschiedenen Neubau- und Sanierungsvarianten ermittelt.
Im Ergebnis ist festzustellen, dass sich alle untersuchten Varianten
hinsichtlich der Amortisationszeit in einer ähnlichen Bandbreite bewegen.
Zur Beurteilung der Variante spielen zusätzlich die Kriterien „Schaffung von
Wohnraum“ und „Realisierung einer Ballspielfläche zur Nutzung durch die
Glockenbachwerkstatt“ eine große Rolle.
Aus diesen Gründen ist die so genannte „Pinselsanierung“ nicht zu empfehlen.
Sie kostet rund 1,5 Millionen Euro und ermöglicht lediglich, die drei Häuser für einen Zeitraum von fünf Jahren bewohnbar zu machen; es
entsteht aber dauerhaft kein neuer und vor allem kein familiengerechter
Wohnraum, der heutigen Energiestandards entspricht.
Die Mehrheit des Stadtrats ist deshalb den Empfehlungen des Kommunalreferats gefolgt. Das Kommunalreferat plädierte für die Sanierungsvariante 3 (Generalsanierung Haus Nr. 6, Neubau Müllerstraße 2 – 4) aus folgenden Gründen:

  • Die Variante ist nachhaltig, weil das Anwesen Müllerstraße 6 erhalten werden kann und energetisch auf den Stand der Technik gebracht wird. Auf Grundlage der Sanierung kann das Anwesen Müllerstraße 6 auch weitere 40 bis 60 Jahre bewohnt werden.
  • Durch den Neubau Müllerstraße 2 – 4 entsteht zusätzlich moderner und preisgünstiger Wohnraum für 47 Bewohner/innen (derzeit 28).
  • Es wird kein massiver Stahl-Glas-Bau entstehen, sondern mit dem Erhalt der Müllerstraße 6 und einem zeitgemäßen Neubau an der Müllerstraße 2 – 4 wird das Ensemble behutsam modernisiert. Ziel der Planungen wird es sein, möglichst einen deutlich erhöhten Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen zu realisieren.
  • Der Ballspielfläche kann bei dieser relativ schnellen und trotzdem
    nachhaltigen Lösung erhalten werden. Die Stadtverwaltung hat hiermit den Bedenken und dem starken bürgerschaftlichen Engagement im Stadtviertel Rechnung getragen.
  • Verzicht auf den Bau einer Tiefgarage in dieser zentralen Lage, um die Wohnungen möglichst kostengünstig zu realisieren.

Im weiteren Planungsverfahren wird das Kommunalreferat beauftragt,
in Zusammenarbeit mit der GWG einen Projektauftrag mit qualifizierter
Kostenschätzung für die Sanierungsvariante vorzubereiten und dem Stadtrat baldmöglichst zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

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